Eisbär sucht Asyl in Bayern

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Zusammen mit der Greenpeace Gruppe aus dem Chiemgau besuchten wir (und unser Eisbär) die Herreninsel im Chiemsee. Wieder mal forderten wir: "Schutzgebiet Arktis!" Das wird wohl noch 'ne Weile dauern...

Also, hier unsere Pressenotiz. Für eifrige LeserInnen sind manche Angaben sicher schon bekannt, aber wer neu hinzukommt...:

Am Sonntag, dem 16.8., besuchte Greenpeace die Herreninsel. Doch nicht als Touristen, sondern mit einer Mission - und zwei Eisbären (einer "lebendig" - ein Mensch im Kostüm - einer aufblasbar). Absicht war, auf die Bedrohung der Arktis durch den Klimawandel hinzuweisen. Weil durch menschgemachten CO2-Ausstoß das Eis in der Arktis schmilzt und industrielle Erschließung droht, fordert Greenpeace ein "Schutzgebiet Arktis" und den Verzicht auf industriellen Fischfang und Ölförderung in dieser ökologisch sensiblen Region.

Gemeinsam mit Greenpeace Chiemgau sammelten die Rosenheimer Gruppe Unterschriften für diese Forderung. Bisher unterschrieben weltweit schon über 7 Millionen Menschen, darunter auf der Herreninsel auch Touristen aus China, Taiwan und Slowenien. Zwischen Anlegestelle und Besucherzentrum erschienen als Teil des Greenpeace-Teams auch zwei Eisbären: Einer, akut bedroht durch eine Ölpest [er musste schon auf dem Max-Josefs-Platz in der prallen Sonne schwitzen - siehe Beiträge 4.7. und 7.7.15]; der andere Eisbär wurde als "Botschafter" mit dem Kanu über den Chiemsee gepaddelt [und musste für zahlreiche Touristenfotos herhalten! Zum Glück schien die Sonne nicht heiß auf das Kostüm - war schon warm genug]: Seine Spezies ist vom Schmelzen des Eises akut bedroht – und auch von der auf jede Ölförderung folgenden Ölverschmutzung. Schon beim alltäglichen Betrieb tritt Öl aus, zudem kommt es bei längerer Laufzeit fast unweigerlich zu Unfällen, deren Folgen in der kalten Arktis noch schwieriger zu beseitigen sind als irgendwo sonst auf der Erde. Die Wahrscheinlichkeit für so einen Unfall schätzt die US-Regierung auf 75% während 51 Jahren Laufzeit.

Damit der Ölkonzern Shell diesen Schmutz wenigstens symbolisch aufwischen kann, will Greenpeace auch den weltgrößten Putzlappen zur Verfügung stellen – Shell, eines der größten Unternehmen weltweit, und bekannt für Missachtung von Umweltschutz und Menschenrechten, ist im Moment dabei, erste Probebohrungen in der Arktis zu starten und kämpft schon seit langem gegen widrige Bedingungen in der Arktis und Greenpeace-Blockaden. Für den riesigen Putzlappen, der im Moment in Hamburg zusammengenäht wird und Shell im Herbst übergeben werden soll, sammelten die Aktivisten, ob in- oder außerhalb des Eisbärkostüms, auch viele kleine Putzlappen, die von den Besuchern der Herreninsel gestaltet wurden, mit Bildern und Botschaften wie "Rettet die Arktis", "Eis statt Öl!", "Keine Ölbohrung in der Arktis!" oder "Shell: Go green, not arctic!"

Informationen zur internationalen Kampagne "Save the arctic" finden sich auf

https://www.greenpeace.de/schuetzt-die-arktis#machmit