Meeresschutzgebiet Antarktis

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Das Konzept der Einrichtung von Gebieten, in denen die Natur sich selber überlassen bleibt ist an Land längst angekommen. Man denke an den bayrischen Wald, die riesigen Nationalparkflächen in Europa und Afrika, in denen menschliche Aktivitäten stark eingeschränkt oder bestenfalls sogar ganz verboten sind. Allerdings gilt dies nicht für die Meere! Während an Land mittlerweile ca. 10% der Flächen unter strengem Schutz stehen, sind es in den Ozeanen etwas mehr als 1%.

Politisch hat man sich auf Ebene der CBD (Konvention zum Erhalt der biologischen Artenvielfalt) darauf geeinigt, bis 2020 mindestens 10% der Meere konsequent zu schützen -doch dieses Ziel wird weit verfehlt. Auf den Meeren wird zwischen Gebieten unterschieden, die unter nationaler Gerichtsbarkeit liegen und Gebieten jenseits davon. Letzteres ist die so genannte Hohe See. Die Hohe See macht 60 Prozent der Weltmeere aus, gehört niemandem und unterliegt keinem politischen Schutz. Die bisher geschützten 1% der Meeresflächen liegen bisher ausnahmslos in den Hoheitsgewässer von Nationalstaaten.

Schutz der Hohen See und Antarktis

Deshalb wird sich die Greenpeace-Meereskampagne international als auch in Deutschland in den nächsten drei Jahren auf Meeresschutzgebiete konzentrieren. Ziel ist es, ein politisches Abkommen auf Ebene der Vereinten Nationen zu bekommen. Denn dort ist die Idee eines Hochsee-Schutzabkommens auch Dank vergangener Greenpeace Kampagnen angekommen. Da es sich bei dem Hochseeschutzabkommen um einen sehr trockenen und nur schwer vermittelbaren politischen Prozess handelt, für das Zustandekommen aber dringend die Unterstützung der Öffentlichkeit gebraucht wird, verfolgt Greenpeace die Strategie, an markanten Beispielen, die Notwendigkeit des Meeresschutzes zu demonstrieren.

Ein besonders gutes Beispiel ist die Antarktis, auf die Greenpeace sich im nächsten Jahr konzentrieren möchte, weil die Gewässer der Antarktis offiziell zur Hohen See gehören, die Landmassen der Antarktis zwar streng geschützt sind, die Gewässer allerdings von der Fisch- und Krillindustrie ausgebeutet werden, sich 2018 als das geeignete Zeitfenster anbietet, um den Schutz des Weddellmeeres durchsetzen, Greenpeace eine lange Antarktishistorie hat, die Antarktis das Gebiet mit dem höchsten Druck durch den Klimawandel ist und die Öffentlichkeit die Antarktis und ihre einzigartige Artenvielfalt liebt.

Politik

Verantwortlich für das Management der antarktischen Gewässer ist die Convention for the Conservation of the Antarctic Marine Living Ressources, CCAMLR. Keine Sorge-Wir werden noch einen einprägsamen Namen dafür finden!! Bei CCAMLR  werden auch Schutzgebietsvorschläge diskutiert. So wurde im Oktober 2016 das Ross Meer unter Schutz gestellt; es hat eine Größe von 1,5 Millionen Quadratkilometer und ist damit das bisher größte Meeresschutzgebiet der Welt! Das möchte Greenpeace gern toppen!

Aktuell arbeitet die deutsche Bundesregierung an einem Vorschlag zum Schutz des Weddell-Meeres. Das Weddell- Meer ist 1,8 Millionen Quadratkilometer groß. Wir rechnen damit, dass im Oktober 2018 Deutschland den Vorschlag bei der CCAMLR Konferenz offiziell einbringen wird. Das CCAMLR-Konzept sieht den Schutz besonders empfindlicher Ökosysteme vor. Diese wurden durch jahrelange Forschung u.a. durch das Alfred Wegner Institut (AWI) identifiziert und entsprechend wurde die Fläche des Schutzgebietsvorschlages von Wissenschaftlern des AWI entwickelt. Das ist auch der Grund dafür warum die Umrisse es geplanten Schutzgebietes etwas unförmig sind und auch nicht das gesamte Weddellmeer umschließt. Das AWI ist ein Institution des Forschungsministeriums. Federführendes Ressort für CCAMLR-Belange ist das Landwirtschaftsministerium. Deutschland legt den Vorschlag für die EU vor und Greenpeaceunterstützt das Zustandekommen des Schutzgebietes unterstützen.

Engagement zeigen

Um die Öffentlichkeit für die Antarktis zu begeistern wird Greenpeace einerseits mit der Arctic Sunrise vor Ort in den antarktischen Gewässern sein und andererseits werden wir mit den vor Ort produzierten Bildern, Videos, Life Berichten und Blogs etc. die Schönheit aber auch  Bedrohung des sechsten Kontinents direkt in viele Greenpeace Länder, so auch nach Deutschland transferieren. Wir möchten die Menschen für den Antarktisschutz begeistern und ganz konkret zu Unterstützern für das Schutzgebiet im Weddell-Meer machen. Dafür wird es diverse Mitmachangebote und eine Petition geben, die genau auf die CCAMLR Konferenz 2018 zugeschnitten ist. Die deutsche Bundesregierung will zwar das gleiche erreichen wie wir, aber wir möchten, dass Angela Merkel sich den Schutz der Antarktis auf ihre ganz persönliche Agenda schreibt und sich dafür persönlich einsetzt. So wie es der damalige amerikanische Außenminister John Kerry  im letzten Jahr gemacht hat. Denn der Schutz der Ross Sea kam in erster Linie auf Betreiben des Amerikaners zustande-  er hatte sich höchstpersönlich diesem Anliegen gewidmet. Genau das wünschen wir uns nun von Angela Merkel. Um ihr die nötige Rückendeckung zu geben brauchen wir 100.000 Stimmen (diese sammeln wir mit der Petition von Januar bis kurz vor der CCAMLR Konferenz) und wir wollen das Thema mit vielen Aktivitäten in die Öffentlichkeit und in die Medien bringen.